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Lucy

und dann kam Lucy…

So richtig auf den Hund gekommen bin ich von einem Tag auf den anderen mit dem Einzug meiner Hündin Lucy. Ich habe Lucy als Notabgabe übernommen, denn in ihrer Familie konnte sie aus mehreren Gründen nicht bleiben. So wurde ich plötzlich mit einem ganzen Bündel ungeahnter Herausforderungen konfrontiert.

Lucy fiel die Umstellung anfangs sehr schwer, sie litt sehr unter den plötzlichen Veränderungen in ihrem Leben. Auch war sie nicht mehr die Jüngste und litt an einer chronischen Hauterkrankung, die eine regelmäßige Kontrolle und Behandlung durch den Tierarzt erforderlich machte. Als sogenannter Listenhund galt sie außerdem automatisch als gefährlich, auch wenn sie nie aggressives Verhalten gezeigt hat.

Plötzlich stand ich außerdem vor dem Problem, meinen Beruf als Krankenschwester mit den unregelmäßigen Arbeitszeiten, Schicht- und Nachtdiensten und meinen neuen Job als Hundehalterin unter einen Hut bringen zu müssen.

Der Weg

Es war nicht immer leicht

Zuerst galt es aber, die behördlichen Auflagen zu erfüllen: Der Sachkundenachweis musste her, damit Lucy überhaupt bei mir bleiben durfte. Durch diese eher zwangsläufige intensive Beschäftigung mit der Kynologie (die Lehre des Hundes) ist es dann passiert: Das Hunde-Virus hat mich gepackt!

Die Sachkundeprüfung haben wir mit Bravour gemeistert und hatten die behördlichen Auflagen damit schnell in der Tasche, jetzt galt es den gesellschaftlichen Vorurteilen zu begegnen. Lucy war zwar eine souveräne und ausgeglichene sanfte Riesin, galt aber aufgrund ihrer Rasse automatisch als aggressiv und gefährlich.

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Die Leidenschaft

Ein perfektes Team

Angetrieben von dem allgemeinen Interesse an Hunden und dem Wunsch, mehr über deren Verhalten und ganz speziell über Lucy zu lernen, beschäftigte ich mich immer intensiver mit den Themen Hundeverhalten und -erziehung. Besonders fasziniert hat mich dabei schon immer das Thema Kommunikation von Hunden und ihre Körpersprache.

Direkt nach der erfolgreich abgeschlossenen Sachkundeprüfung absolvierte ich daher eine 6-monatige Weiterbildung zur Hundetrainerin.

Lucy und ich wurden ganz schnell ein perfektes Team – ich konnte ihr Verhalten „lesen“ und verstehen und sie entsprechend unterstützen. Dadurch war sie in der Lage, mir bedingungslos zu vertrauen.

Auch ein gemeinsames Hobby haben wir schnell gefunden: Bis ins sehr hohe Alter liebte Lucy das Mantrailing, das sie mit viel Leidenschaft und enormer Präzision ausführte. Sie liebte es, spannenden Gerüchen und Spuren zu folgen und ich hatte die Gelegenheit, dabei ganz viel über die Körpersprache von Hunden zu lernen.

Der Wunsch

Es hat Klick gemacht

Es war jedoch nicht immer einfach, Lucy trotz meiner unregelmäßigen Arbeitszeiten als Krankenschwester ausreichend Bewegung und Beschäftigung zu ermöglichen. Mein Alltag war bestimmt von Stress, Zeitdruck und einem ständigen schlechtem Gewissen gegenüber Lucy.

Mittlerweile war der Wunsch in mir gereift, meine Leidenschaft für Hunde und meine erworbenen Kenntnisse zum Beruf zu machen.

Schnell knüpfte ich Kontakte zu mehreren Dogwalkern, die ich auf ihren Touren begleiten und denen ich über die Schulter schauen durfte.
Leider war Lucy zu diesem Zeitpunkt schon zu alt und zu krank für regelmäßige ausgedehnte Spaziergänge in der Gruppe, daher konnte sie mich nur sehr selten begleiten. Dennoch war ich fasziniert von ihrem Verhalten in der Hundegruppe.

Das sonst so verträumte und stets gelassene Hundemädchen wurde in der Gruppe zu einer sehr souveränen und selbstbewussten Hundedame.

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Der Neuanfang

Ich erfülle mir meinen Traum

Meine Begeisterung über den Einfluss der Hundegruppe auf Lucys Verhalten und die Faszination über das perfekte Zusammenspiel der unterschiedlichsten Hunde-Persönlichkeiten innerhalb des Rudels haben schließlich den Ausschlag gegeben: Ich habe meinen geliebten Beruf als Krankenschwester aufgegeben, um mir einen Traum zu erfüllen und mich als professionelle Dogwalkerin selbstständig zu machen.

Aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen in meiner Zeit mit Lucy liegen mir meine Spezial-Angebote besonders am Herzen.

Ich habe erlebt, wie schwierig es für Schicht- und Nachtarbeiter sein kann, ihren Hunden ausreichend Bewegung und Beschäftigung zu bieten und gleichzeitig den nötigen Kontakt zu Artgenossen zu ermöglichen. Mit meinen Angeboten am Nachmittag möchte ich alle Hundebesitzer, die in Schichten oder nachts arbeiten, unterstützen. Für Mitarbeiter im Gesundheitswesen habe ich außerdem einige Plätze zu reduzierten Preisen reserviert.

Für Lucy hätte ich mir außerdem ausgedehnte Spaziergänge in einer speziellen Senioren-Hundegruppe gewünscht, denn dem Tempo in einer „normalen“ Hundegruppe war sie aufgrund ihres Alters und ihrer Erkrankung nicht mehr gewachsen. Mein Senioren-Nachmittag ist mein Angebot an alle Besitzer alter Hunde.

Der Abschied

Lucy bleibt
ein Teil von mir

Leider ist Lucy im Jahr 2022 verstorben.

Meine treue Begleiterin, meine Lehrerin und Ratgeberin wird aber immer
ein wichtiger Teil von Lucy Lou’s Dogwalk bleiben!

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